
mit Beiträgen von Yasmeen Al-Qaisi, Jonas Brinker, Nathalie Brum, Marie Donike & Johannes Specks, Ramòn Graefenstein, Eline Kersten, Tanja Kodlin, Lynne Gbodjrou Kouassi & Daniel Vollmond, Max Leiß, Kriz Olbricht, Sanna Reitz, Ghita Skali, Anna Schütten, Jonathan Steiger, Unofficial Hiking Society AG, Franziska Windisch.
Die Ausstellung Muschelblume und Blei zeigt vom 27. Juni bis 19. September 2026 künstlerische Arbeiten von 16 Künstler:innen und Kollektiven entlang der Erft. In Euskirchen, Erftstadt, Kerpen, Bergheim, Bedburg und Grevenbroich thematisieren sie in dem über 100 km langen Flusstal zwischen Eifel und Rhein verschiedene Aspekte einer Landschaft, die sich seit über 2000 Jahren im ständigen Wandel befindet.
Analog zu ähnlichen Entwicklungen in Deutschland, Europa oder anderen Teilen der Welt werden in der Ausstellung ortsspezifische Themen verhandelt und gleichzeitig der Blick auf überregional relevante Fragestellungen geweitet. Die internationalen Künstler:innen arbeiten zu Aspekten wie Landschaft und Landwirtschaft, Extraktivismus, Kohabitation, zu Zeitverläufen und Jahreszeiten, aber auch zu Fragen der Wahrnehmung unserer Umgebung, zum feinen Grat zwischen Fakt und Fiktion sowie Migration und Heimat. So entwirft die Ausstellung mit Installationen, Performances, Konzerten und Kurzfilmen eine facettenreiche Situation zum Nachdenken über das, was wir Landschaft nennen. Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler gehen mit den Transformationen und den Schichten der Landschaft auf je eigene künstlerische Art um. Teils werden bereits existierendeArbeiten mit Bezug zum Thema eingeladen, teils entstehen neue, aus der Gegend abstrahierte Arbeiten. Gemeinsam ist ihnen das Bewusstsein für die wechselnden Zustände, der Blick auf eine Momentaufnahme einer Landschaft, die sich bereits vielfach verändert hat und in den kommenden Jahren umso beschleunigter verändern wird.
Die Ausstellung Muschelblume und Blei wird von den Künstler:innen Kriz Olbricht und Anna Schütten als Kollektiv am angegebenen Ort (kvaao) ausgerichtet. kvaao realisiert ortsspezifische Ausstellungsformate ohne festen Ausstellungsraum. Muschelblume und Blei wird von der Stiftung Kunstfonds und der Kunststiftung NRW gefördert und vom Erftverband unterstützt. Die grafische Gestaltung für das Projekt übernimmt Daniel Kobert, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Marie Gentges und Amelie Gappa.
Kontext
Die Kunstausstellung Muschelblume und Blei spürt der anhaltenden, tiefgreifenden Gestaltung der Landschaft und den Überlagerungen von historischen wie aktuellen gesellschaftlichen Interessen entlang der Erft nach. Von den Römern zur Wassergewinnung für die Kolonie CCAA (später Köln) genutzt, versumpfte die Erftniederung ab dem Mittelalter durch die zahlreich angelegten und aufgestauten Mühlenbäche. Mit der Melioration ab 1860 wurde das verzweigte Gewässernetz durch extreme Flussbegradigungen reduziert und landwirtschaftlich nutzbare Flächen geschaffen. Intensive Landwirtschaft, etwa der Zuckerrübenanbau, und Kohleabbau prägen bis heute große Teile der Region. Seit den 1950er Jahren wird das Grundwasser für den Braunkohletagebau bis auf Tiefen von über 500m abgepumpt, so dass die Region zwischen Eifel, Rhein und Niederlande unverhältnismäßig stark trockengefallen ist. Feuchtgebiete an der Erdoberfläche werden für ihren Erhalt künstlich bewässert. Mit den wandernden Tagebauen wurde auch der Flusslauf zwischen Abbau und Abraumhalden mehrfach verlegt. Aktuell beschleunigen sich die Umbaumaßnahmen der Landschaft für das vorzeitige Ende des Kohleabbaus 2030 auf wenige Jahre. Vergleichbare Transformationsprozesse sind in vielen Regionen anzutreffen, in ihrer Dichte und Geschwindigkeit an der Erft jedoch besonders.


mit Beiträgen von Yasmeen Al-Qaisi, Jonas Brinker, Nathalie Brum, Marie Donike & Johannes Specks, Ramòn Graefenstein, Eline Kersten, Tanja Kodlin, Lynne Gbodjrou Kouassi & Daniel Vollmond, Max Leiß, Kriz Olbricht, Sanna Reitz, Ghita Skali, Anna Schütten, Jonathan Steiger, Unofficial Hiking Society AG, Franziska Windisch.
Die Ausstellung Muschelblume und Blei zeigt vom 27. Juni bis 19. September 2026 künstlerische Arbeiten von 16 Künstler:innen und Kollektiven entlang der Erft. In Euskirchen, Erftstadt, Kerpen, Bergheim, Bedburg und Grevenbroich thematisieren sie in dem über 100 km langen Flusstal zwischen Eifel und Rhein verschiedene Aspekte einer Landschaft, die sich seit über 2000 Jahren im ständigen Wandel befindet.
Analog zu ähnlichen Entwicklungen in Deutschland, Europa oder anderen Teilen der Welt werden in der Ausstellung ortsspezifische Themen verhandelt und gleichzeitig der Blick auf überregional relevante Fragestellungen geweitet. Die internationalen Künstler:innen arbeiten zu Aspekten wie Landschaft und Landwirtschaft, Extraktivismus, Kohabitation, zu Zeitverläufen und Jahreszeiten, aber auch zu Fragen der Wahrnehmung unserer Umgebung, zum feinen Grat zwischen Fakt und Fiktion sowie Migration und Heimat. So entwirft die Ausstellung mit Installationen, Performances, Konzerten und Kurzfilmen eine facettenreiche Situation zum Nachdenken über das, was wir Landschaft nennen. Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler gehen mit den Transformationen und den Schichten der Landschaft auf je eigene künstlerische Art um. Teils werden bereits existierendeArbeiten mit Bezug zum Thema eingeladen, teils entstehen neue, aus der Gegend abstrahierte Arbeiten. Gemeinsam ist ihnen das Bewusstsein für die wechselnden Zustände, der Blick auf eine Momentaufnahme einer Landschaft, die sich bereits vielfach verändert hat und in den kommenden Jahren umso beschleunigter verändern wird.
Die Ausstellung Muschelblume und Blei wird von den Künstler:innen Kriz Olbricht und Anna Schütten als Kollektiv am angegebenen Ort (kvaao) ausgerichtet. kvaao realisiert ortsspezifische Ausstellungsformate ohne festen Ausstellungsraum. Muschelblume und Blei wird von der Stiftung Kunstfonds und der Kunststiftung NRW gefördert und vom Erftverband unterstützt. Die grafische Gestaltung für das Projekt übernimmt Daniel Kobert, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Marie Gentges und Amelie Gappa.
Kontext
Die Kunstausstellung Muschelblume und Blei spürt der anhaltenden, tiefgreifenden Gestaltung der Landschaft und den Überlagerungen von historischen wie aktuellen gesellschaftlichen Interessen entlang der Erft nach. Von den Römern zur Wassergewinnung für die Kolonie CCAA (später Köln) genutzt, versumpfte die Erftniederung ab dem Mittelalter durch die zahlreich angelegten und aufgestauten Mühlenbäche. Mit der Melioration ab 1860 wurde das verzweigte Gewässernetz durch extreme Flussbegradigungen reduziert und landwirtschaftlich nutzbare Flächen geschaffen. Intensive Landwirtschaft, etwa der Zuckerrübenanbau, und Kohleabbau prägen bis heute große Teile der Region. Seit den 1950er Jahren wird das Grundwasser für den Braunkohletagebau bis auf Tiefen von über 500m abgepumpt, so dass die Region zwischen Eifel, Rhein und Niederlande unverhältnismäßig stark trockengefallen ist. Feuchtgebiete an der Erdoberfläche werden für ihren Erhalt künstlich bewässert. Mit den wandernden Tagebauen wurde auch der Flusslauf zwischen Abbau und Abraumhalden mehrfach verlegt. Aktuell beschleunigen sich die Umbaumaßnahmen der Landschaft für das vorzeitige Ende des Kohleabbaus 2030 auf wenige Jahre. Vergleichbare Transformationsprozesse sind in vielen Regionen anzutreffen, in ihrer Dichte und Geschwindigkeit an der Erft jedoch besonders.

